Der DKV schreibt für Absolventinnen und Absolventen der Kunstuniversität Linz einen jährlich zu vergebenden Preis für Diplom- und Masterabeiten von besonderer künstlerischer Qualität aus, die eine religiöse, ethische oder soziale Relevanz aufweisen. Falls eine besonders herausragende Arbeit der Studienrichtung Architektur eingereicht wird, kann ein zweiter Preis vergeben werden.
Die Preisträgerin/der Preisträger erhält ein Preisgeld in der Höhe von Euro 1.500.-- und  die Möglichkeit, die ausgezeichnete Arbeit im Rahmen einer Ausstellung zu präsentieren.

 

AKTUELL: ► DIÖZESANKUNSTPREIS 2018 AN MORITZ MATSCHKE

                        FÜR SEINE DIPLOMARBEIT "72 STUNDEN SCHWARZBILD".

 

 

Foto: Noritz Matschke

 

„72 Stunden Schwarzbild“ basiert auf einem Experiment mit künstlicher Dunkelheit im Turmzimmer des Linzer Mariendoms. Für einen Zeitraum von 72 Stunden schuf der Künstler in der 8 m² großen Kammer über der Stadt eine Situation völliger Dunkelheit und unterbricht damit „das Primat der visuellen Wahrnehmung“. Die künstliche Dunkelheit wird zur Erzähltechnik. An den mit schwarzem Papier ausgekleideten Wänden entsteht unter Verzicht des Sehsinns mit weißem Acrylstift ein multiperspektivisches, lückenhaftes Stadtbild, das jegliche Form der Objektivierung verweigert. Die Türmerstube im Linzer Mariendom wurde aufgrund einer Initiative von Hubert Nitsch anlässlich des Kulturhauptstadtjahres 2009 als Eremitage eingerichtet. Die Idee und das Konzept, sich aus der Welt zu nehmen und gleichzeitig neu zu positionieren, greift Moritz Matschke mit seiner performativ angelegten Arbeit auf neue Weise auf.

Durch Reduktion werden neue Erfahrungsräume geschaffen: visuelle Impulse der Stadt werden transformiert, indem der Künstler den Sehsinn ausschaltet und Bilder aus der Erinnerung speist. Mit dem Rückzug verbindet er gleichzeitig den Wiedereinzug in die Welt. Der Zeichenstift drückt von innen gegen das Papier hin zur Stadt. Die Zeichnung verkörpert ein Nach-außen-Streben, ein expansives Zeichnen gegen das Innen-eingeschlossen-Sein.

Für die Diplompräsentation schuf der Künstler eine Rauminstallation in der Tiefgarage der Kunstuniversität Linz.

 

Die Diplomarbeit von Moritz Matschke hat die Jury aufgrund ihrer vielschichtigen existentiellen Fragestellungen nach Orientierung, Erinnerung und Erfahrung von Raum und Begrenzung sowie mit ihrem konzeptionell durchdachten und unmittelbaren Einsatz der formalen Mittel überzeugt. Ort von Produktion und Präsentation werden zu einem integralen Bestandteil der Arbeit. „72 Stunden Schwarzbild“ reflektiert auf überzeugende Weise den Raum als Lebensraum und das Beziehungsgeflecht zwischen Künstler und Umfeld sowie das Gedächtnis als Erinnerungs- und Bildspeicher.  

 

Jury:  Dr.in Martina Gelsinger, Kunstreferat der Diözese Linz, Obfrau Diözesankunstverein Linz; Mag. Hemma Schmutz, Direktorin Museen der Stadt Linz; Univ.-Prof. Dipl.des Frank Louis, Vizerektor, Leiter der Abteilung für Plastische Konzeptionen/Keramik, Kunstuniversität Linz;

 

Preisträger 2018 Moritz Matschke und Obfrau Martina Gelsinger

Foto: Micha Gerersdorfer

 

Beitrag Kirchenzeitung

 

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DIÖZESANKUNSTPREIS 2017 AN ELKE HALBMAYER FÜR "EINE FRAGE DER ZEIT"

FÖRDERPREIS 2017 FÜR ARCHITEKTUR AN NICOLE RODLSBERGER, JOHANNES

SEBASTIAN VILANEK UND JULIUS JELL FÜR IHRE GEMEINSCHAFTSARBEIT

"UNTER DER BAHN"

 

Foto: Elke Halbmayer

 

Halbmayers Arbeit "Eine Frage der Zeit" besteht aus zwei Teilen, einer Installation und einem Video. Die Rauminstallation suggeriert die Situation eines Operationsraumes in Symbiose mit einer Großküche. Die einzelnen Bereiche sind durch blaue und weiße glänzende Vorhänge abgetrennt. Auf dem Behandlungstisch liegen auf dem Instrumentenarm neben dem Operationsbesteck rote Fäden an deren Enden Nadeln hängen. Auf einem Ablagewagen stapeln sich ausgezogene bereits getrocknete Strudelteige. Das Video zeigt in Nahaufnahme das Ausziehen eines frischen Strudelteiges und das Vernähen der dabei entstandenen Löcher mit Operationsbesteck und rotem Baumwollfaden.

Der ausgezogene Strudelteig, in der Weiterverarbeitung als Apfelstrudel ein Inbegriff der österreichischen Esskultur, verwandelt sich in Haut. Der Strudel erweckt Assoziationen an Heimat, Herkunft, Tradition, Identität. Das Vernähen mit rotem Faden ist ein Versuch des Umgangs mit dessen Brüchigkeit, die dem Mehl-Öl-Gemisch und den damit verbundenen Bildern von Identität immanent ist.

Die Objekte, Handlungen und ihre Bedeutungen sind nie eindeutig. Sie schaffen assoziative Räume, denen  existentielle Fragestellungen zugrunde liegen. Die Handlungen, das Ausziehen und Vernähen im Video, führen zusammen mit den Objekten, wie etwa den glatten und glänzenden Edelstahlobjekten im Spannungsfeld mit den auf dem Wagen gestapelten und mit Nähten überzogenen brüchigen „Strudelteighäuten“ auf subtile Weise das Wechselspiel zwischen Vergeblichkeit und Hoffnung und damit eine Grundkomponente menschlichen Lebens und Handelns vor Augen.

 

Die Arbeit "Unter der Bahn" stellt die Frage, wie eine nachhaltige Siedlungs- und Infrastruktur in einem bestehenden Einfamiliensiedlungsgebiet entwickelt werden kann, und diskutiert dabei sowohl städtebauliche und architektonische Ansätze wie auch soziale Gemeinschaftskonzepte.

In kritischer Auseinandersetzung mit aktuellen Diskussionen um Zersiedelung und soziale Isolation fordern Rodlsberger, Vilanek und Jell einen behutsamen Umgang mit der Ressource Land beziehungsweise Agrarfläche und einen respektvollen Austausch mit den Menschen vor Ort.

Die Projektgruppe entwickelt situationsspezifisch vielfältige und kreative Modelle zur nachträglichen Verdichtung. Sie schlägt sowohl An- und Umbauten am individuellen Einfamilienhaus, als auch komplexere Bebauungskonzepte für Restflächen im Siedlungsverband vor. Dabei vermeidet sie es ein normatives Standardmodell zu entwickeln, sondern verweist auf die Relevanz prozessorientierter Planung in kontinuierlicher Kommunikation mit den lokalen AkteurInnen. Als planerische Methode ist dieser Ansatz auf eine Vielzahl von Ortschaften mit ähnlichen Problemstellungen übertragbar.

Die Arbeit besticht durch die Kreativität der entwickelten Lösungsmöglichkeiten, hinterfragt zugleich aktuelle Planungsdebatten aber auch die eigenen Entwurfsansätze. Konsequenterweise werden Varianten von Siedlungsmodellen zur Nachverdichtung angeboten. Sie besitzt gesellschaftliche Relevanz indem sie Architektur und den Raum dazwischen auch mit sozialer Verantwortlichkeit betrachtet.

 

 

 

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DIÖZESANKUNSTPREIS 2016 AN VIOLETA IVANOVA

Violeta Ivanova zeigt Staub, der auf die Wände der Krypta der Linzer Ursulinenkirche projiziert wurde. Die schwebenden Staubpartikel eröffnen ein breites Spektrum von Assoziationsmöglichkeiten, die sich auf die Krypta als Ort des Zerfalls der menschlichen Materie beziehen. Unwillkürlich werden aber auch Bilder von Staub als unvermeidlicher Begleiter im Alltag sichtbar. Darüber hinaus erschließt sich von den winzigen, in Vergrößerung vor einem dunklen Hintergrund gezeigten Staubpartikeln ein scheinbarer Einblick in den Kosmos, wie ihn Weltraumteleskope ermöglichen. Überzeugt hat die Jury die Komplexität der Arbeit, die aus der Einfachheit und Klarheit der eingesetzten Mittel resultiert und auf poetische Weise Alltägliches, Existentielles und Phänomene aus der Naturwissenschaft miteinander verbindet.

 

Foto: Mojtaba Mousavi

 

Für ihre Diplomarbeiten an der Linzer Kunstuniversität wurden KünstlerInnen ausgezeichnet, die mittlerweile einen festen Platz im Kunstbetrieb haben, wie Markus Schinwald, Paul Kranzler, Rainer Gamsjäger, Claudia Czimek, Katharina Struber, Irma Kapeller und Iris Christine Aue. Darüber hinaus wurden herausragende Architekturdiplomarbeiten u.a. von Anna Heringer, Gunar Wilhelm und Tobias Hagleitner sowie Franz Koppelstätter mit dem Förderpreis in der Sparte Architektur ausgezeichnet.

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